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Psychotische Störungen

 

Unter dem Begriff „Psychosen“ wird eine Reihe von psychischen Störungen zusammengefasst, bei denen der Betroffene (in vielen Fällen vorübergehend) den Bezug zur Realität in unterschiedlichem Ausmaß verliert. Das Denken und Fühlen sowie die Wahrnehmung von sich selbst oder anderen sind verändert. Wahrnehmungsstörungen im Bereich des Hörens, Sehens, Fühlens, Schmeckens und Riechens sind möglich. Teilweise leiden Betroffene unter Angstzuständen und haben etwa das Gefühl, von anderen Menschen bedroht zu werden. Gefühlsschwankungen, Konzentrations- und Aufmerksamkeitsstörungen sowie der Verlust von harmonischen Bewegungsabläufen sind möglich. Betroffene fühlen sich häufig auch antriebslos und vernachlässigen ihr soziales Umfeld. In der Regel tritt die Erkrankung zum ersten Mal bei jungen Erwachsenen auf.

Unterschieden werden primäre und sekundäre Psychosen. Im ersten Fall ist keine Ursache für die Erkrankung feststellbar. Eine häufige und schwere Form von primären Psychosen ist die Schizophrenie. In akuten Phasen entwickeln Betroffene oftmals Wahnideen und leiden unter anderem unter Halluzinationen, unlogischem Denken ohne inneren Zusammenhang und Verfolgungswahn. Sie hören Stimmen und Geräusche, die gar nicht da sind, eigene Gedanken werden als fremd wahrgenommen. Betroffene leiden erheblich unter ihrer Erkrankung, suchen jedoch nur selten von sich aus Hilfe. Motivation von außen ist meist nötig. Kommt es zu einer Behandlung, sind in der Regel Medikamente sowie Psychotherapie und Soziotherapie im Einsatz.

Sekundären Psychosen geht im Unterschied zu primären eine Ursache voraus, die das Gehirn unmittelbar oder auch indirekt beeinträchtigt. Mögliche Ursachen sind beispielsweise ein Hirntumor, Verletzungen oder schwere Stoffwechselerkrankungen. Aber auch Alkohol und Drogen sowie die Nebenwirkungen mancher Medikamente (sogenannte Kortikosteroide) können eine sekundäre Psychose auslösen.

 

 

Medizinisches Glossar

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