Zwischen Patientenbett und Blaulicht: Ehrenamt ist wichtig!
Junge Pflegekräfte zeigen Flagge für Ehrenamt

Die junge Generation sei unpolitisch, bequem oder wenig engagiert – hört man häufig. Ein Blick zum AWO Psychiatriezentrum genügt, um dieses Vorurteil zu widerlegen. Dort verbinden Auzubildene zur Pflegefachkraft ihren anspruchsvollen Berufsalltag mit ebenso forderndem ehrenamtlichen Einsatz bei Feuerwehr und Technischem Hilfswerk – und setzen damit ein starkes Zeichen für gesellschaftliche Verantwortung. 

Was im Unterricht mit persönlichen Erfahrungsberichten begann, entwickelte sich zu einer besonderen Lehrstunde. Zwei Auzubildende des ersten Ausbildungsjahres tauschten für einen Tag Lehrbücher gegenEinsatzjacken. Statt über Medikamentenlehre und Patientenbeobachtung zu referieren, berichteten Timothy Goos und Justin Kreuzfeldt vor ihren Mitschülerinnen und Mitschülern von Rettungsketten, technischer Hilfeleistung und der Faszination, in der Freizeit Verantwortung für andere zu übernehmen. 

Ein Höhepunkt: Ein Einsatzfahrzeug der Feuerwehr rollte auf das Klinikgelände hinter der Berufsfachschule. Plötzlich wurde aus Theorie greifbare Praxis – Blaulicht zum Anfassen, Ausrüstung zum Ausprobieren, Fragen inklusive. „Es geht um mehr als nur technik“, betonten die Referenten, als sie Schutzkleidung erklärten und die unterschiedlichen Einsatzfahrzeuge vorstellten. Im Mittelpunkt standen ihre Beweggründe: helfen können, wenn es darauf ankommt; Verantwortung übernehmen; Teil einer verlässlichen Rettungsstruktur sein.

Gerade für junge Menschen in der Ausbildung ist dieses Engagement ein persönlicher Gewinn. Wer lernt, in Stresssituationen ruhig zu bleiben, Notrufe strukturiert abzusetzen und im Team unter Zeitdruck zu handeln, entwickelt Kompetenzen, die im Pflegealltag – insbesondere in der Psychiatrie – von unschätzbarem Wert sind. Besonnnenheit, klare Kommunikation und Teamgeist verbinden hier Ehrenamt und Beruf auf eindrucksvolle Weise. 

Auch die Schulleitung zeigte sich beeindruckt vom Engagement der beiden Auzubildenden. Mit viel Zeit, Herzblut und organisatorischem Aufwand hatten sie die Veranstaltung vorbereitet. Lehrkräfte wie Mitschüler waren gleichermaßen begeistert von der Professionalität und Selbstverständlichkeit, mit der sich die beiden jungen Männer für das Gemeinwohl einsetzen. 

Wer im Beruf Menschen begleitet, stabilisiert und pflegt, bringt oft auch die Haltung mit, in der Freizeit Brände zu löschen oder nach Unwettern technische Hilfe zu leisten. Verantwortung endet nicht nach Feierabend – sie wächst mit jeder Erfahrung. Die Botschaft der angehenden Pflegefachkräfte an ihre Altersgenossen ist klar: Engagement stärkt nicht nur die Gesellschaft, sondern auch die eigene Persönlichkeit. 

Die Einblicke in Notrufabläufe, Kameradschaft und Einsatzrealität öffneten vielen Zuhörenden die Augen – und weckten bei manchen vielleicht sogar den Wunsch, selbst aktiv zu werden. Die Klinik unterstützt diesen Einsatz ausdrücklich. Denn am Ende profitieren alle: die Patientinnen und Patienten von der Ruhe und Professionalität ihrer Pflegekräfte – und die Bürgerinnen und Bürger der Region von engagierten Rettern, die wissen, was Verantwortung bedeutet.

 

Angehende Pflegekräfte stellen ihr Ehrenamt vor.
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