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Suchterkrankungen

Menschen können von Alkohol, Medikamenten, illegalen Drogen oder Nikotin abhängig werden. Daneben gibt es sogenannte Verhaltenssüchte wie z. B. Spielsucht.

Am häufigsten kommt in Deutschland die Abhängigkeit von Alkohol vor. So gibt die DHS (Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen) aktuell die Zahl von 1,3 Mio. alkoholabhängigen Erwachsenen in Deutschland an. In der Presse machen Jugendliche mit Komasaufen Schlagzeilen und es gibt eine steigende Zahl suchtkranker alter Menschen. Letztere betrifft häufig, aber nicht ausschließlich, die Abhängigkeit von Medikamenten, insbesondere Beruhigungsmitteln (meist sog. Benzodiazepine) und auch einige Schmerzmittel. Beim Entzug von Medikamenten kann durchaus ein schweres körperliches Entzugssyndrom auftreten, im ambulanten Bereich stellt das Problem der Medikamentenabhängigkeit besondere Anforderungen an die Arzt-Patienten-Beziehung. Die Abhängigkeit von illegalen Drogen ist oft mit erheblichen psychischen, körperlichen und sozialen Folgeschäden wie z. B. Depressionen, Hepatitis- und/oder HIV-Infektionen, Arbeitslosigkeit bzw. Wohnungslosigkeit verbunden und betrifft Menschen im jungen und mittleren Erwachsenenalter. Die sog. Verhaltenssüchte sind oft mit zusätzlichen psychischen Problemen wie depressiven Störungen verbunden, die weiterer psychologischer und psychiatrischer Beratung bedürfen. Die Abhängigkeit von Nikotin wird traditionell zwar nicht als „Krankheit“ angesehen, obwohl ein Rauchstopp ganz klaren gesundheitlichen Nutzen hat und etablierte Therapiemöglichkeiten dazu bestehen.

Abhängiges Verhalten wurde früher als „Willenschwäche“ verkannt, ist aber heute medizinisch und psychologisch eindeutig als Krankheit mit bestimmten diagnostischen Kriterien definiert. Suchtmittel schädigen nach längerem Missbrauch das Gehirn soweit, dass der betroffene Mensch keine Kontrolle über seinen Konsum mehr hat.  Die körperlichen, sozialen und psychischen Auswirkungen der auf diese Weise entstandenen Abhängigkeit von einer Substanz (z. B. Alkohol, Drogen, Medikamente) können für den Einzelnen und seine Mitmenschen sehr schwerwiegend sein.

Ein alkoholabhängiger Mensch kann z. B. seinen Führerschein oder Arbeitsplatz verlieren, immer mehr in soziale Isolation geraten und depressiv werden. Es entsteht dann ein Teufelskreis, in dem psychische Not zu immer neuem Alkoholkonsum antreibt. Am Ende hat der Mensch jedoch keinerlei Kontrolle mehr über seinen Konsum. Wenn er versucht, keinen Alkohol mehr zu trinken, können körperliche Entzugssymptome auftreten, wie z. B. psychische Unruhe, Reizbarkeit, Schlafstörungen, Zittern der Hände oder Schwitzen. Ein schweres Alkoholentzugssyndrom kann von einem Krampfanfall begleitet sein oder einem lebensbedrohlichen Delir, in dem der Patient verwirrt ist oder z. B. Dinge sieht, die nicht vorhanden sind. Letzteres stellt einen potenziell lebensbedrohlichen Zustand dar, der die Behandlung in der Klinik unumgänglich macht.

Günstiger wäre es, es gar nicht erst so weit kommen zu lassen. „Sucht“ ist aber in unserer Gesellschaft mit einer erheblichen Stigmatisierung verbunden. Meist ist es tabu, darüber zu sprechen, aus Angst davor, z. B. bei anderen oder am Arbeitsplatz schlecht aufzufallen. Manchmal gilt es sogar als Stärke, wenn man viel Alkohol verträgt. Vielen Betroffenen oder auch deren Angehörigen ist es deshalb am Anfang oft nicht möglich, über das Thema zu sprechen und vorhandene Hilfsangebote zu nutzen. Das Suchthilfesystem in Deutschland sieht Beratungsangebote in den örtlichen Suchtberatungsstellen vor. Kontaktaufnahme und Beratung über das Thema „Sucht“ kann auch über den Hausarzt erfolgen. Stellt dieser fest, dass eine richtige Suchterkrankung vorliegt, sollte eine ambulante oder stationäre Entgiftungsbehandlung gemacht werden, in der der Körper vor einem schweren Entzugssyndrom, z. B. einem Alkoholentzugssyndrom oder -delir geschützt werden kann. Im Anschluss daran sollte die Motivation und die Fähigkeit zur dauerhaften Abstinenz weiter gefestigt werden in einer längerfristigen ambulanten oder stationären Entwöhnungstherapie. Schließlich empfehlen viele Therapeuten begleitend bzw. im Anschluss daran auch den Besuch von Selbsthilfegruppen.

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