Ergebnisqualität - Qualitaetsmanagement

Ergebnisqualität

HoNOS - Beurteilung der Behandlungsqualität

Die Health of the Nation Outcome Scales (HoNOS) sind ein bewährtes Instrument zur Beurteilung der Behandlungsqualität in der Psychiatrie. Mit Hilfe dieser Skala erfassen die Therapeutinnen und Therapeuten systematisch, wie sich der Gesundheitszustand unserer Patientinnen und Patienten im Verlauf der Behandlung entwickelt. Im AWO Psychiatriezentrum wird das Instrument für Kinder- und Jugendliche, Erwachsene und Menschen im höheren Lebensalter genutzt.

Was wird erfasst?
HoNOS berücksichtigt sowohl psychische als auch körperliche und soziale Aspekte. Dazu gehören unter anderem:

  • psychische Beschwerden wie Depressionen oder Ängste
  • Verhaltensauffälligkeiten
  • körperliche Beeinträchtigungen
  • soziale Faktoren wie Beziehungen, Wohnen und Alltag

Die Betrachtung der verschiedenen Aspekte ermöglicht ein umfassendes Bild der aktuellen Situation unserer Patientinnen und Patienten.

Warum setzen wir HoNOS ein?
Durch die regelmäßige Anwendung zu Beginn, am Ende einer Behandlung sowie zusätzlich vierwöchentliche Verlaufskontrollen können wir:

  • Veränderungen im Gesundheitszustand sichtbar machen
  • den Behandlungserfolg überprüfen
  • unsere Angebote kontinuierlich verbessern

Ihr Vorteil
Für Sie bedeutet das: Ihre Behandlung wird nicht nur individuell geplant, sondern auch systematisch überprüft. So stellen wir sicher, dass Sie die bestmögliche Unterstützung erhalten.

Ergebnisse
In fast allen Kliniken zeigen sich deutliche Behandlungserfolge. Die Symptombelastungen der Patientinnen und Patienten nehmen aus Sicht der Therapeutinnen und Therapeuten spürbar ab, was insgesamt für eine hohe Wirksamkeit der Behandlung spricht.

Selbstbewertung nach DSM 5

Zusätzlich zur Fremdeinschätzung wird in der Klinik für Allgemeinpsychiatrie und Psychotherapie, der Klinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie sowie der Klinik für Gerontopsychiatrie eine systematische Selbstbeurteilung der Patienten mittels eines Symptomfragebogens genutzt. Patientinnen und Patienten können ihre eigenen psychischen Beschwerden selbst einschätzen.

Warum ist das wichtig?
Die Selbstbewertung (DSM 5) „Wie erlebe ich mich selbst?“ und die Fremdeinschätzung (HoNOS) „Wie schätzen die Therapeuten meinen Zustand ein?“ ergeben zusammen ein umfassenderes Bild. Dadurch können wir die Behandlung besser auf Ihre individuellen Bedürfnisse abstimmen und den Therapieverlauf gezielt verfolgen.

Ergebnisse
Die Auswertungen spiegeln hohe Effektstärken wider. Die Effektstärke beschreibt, wie stark eine Behandlung oder Therapie wirkt. Sie zeigt, ob sich Ihr Zustand nur leicht oder deutlich verbessert. Die Effektstärke sagt zusätzlich aus, wie groß der tatsächliche Nutzen der Behandlung ist.

Ergebnisse der Patientenbefragung 2025

Das AWO Psychiatriezentrum Königslutter führt eine kontinuierliche Patientenbefragung durch, dessen Ergebnisse zusammenfassend ausgewertet werden.

Die Patientenbefragung findet in den Kliniken für Allgemeinpsychiatrie/ Tageskliniken für Erwachsene, Gerontopsychiatrie und Psychosomatik statt. In der Klinik für Gerontopsychiatrie wird mit Rücksicht auf die Patienten ein verkürzter Fragebogen mit nur einem Teil der Fragen ausgegeben. Die Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie/ Tageskliniken für Kinder und Jugendliche haben einen eigenen, auf die Bedürfnisse der Kinder angepassten, Fragebogen.

Die Beteiligung an der Befragung ist im Vergleich zu den Vorjahren zurückgegangen. Die Patienten haben die Möglichkeit eine Bewertung zwischen 1 (sehr gut) und 4 (schlecht) abzugeben. Je niedriger die Kennzahl ist, desto besser ist das Ergebnis.

Auf den Gesamt-Mittelwert der Kliniken bezogen sind die besten Ergebnisse bei:

  • Die Pflegekräfte sind bei Bedarf hilfsbereit. (1,23)
  • Die Pflegekräfte sind freundlich und zugewandt. (1,31)
  • Die Ärzte/-innen und Psychologen/-innen behandeln mich freundlich und einfühlsam. (1,27)

Die „schlechtesten“ Ergebnisse vom Wert her, aber dennoch im guten Bereich, sind zu finden bei:

  • Ich werde über die Wirkungen und Nebenwirkungen der Medikamente ausreichend und verständlich informiert. (1,95)
  • Die Organisation der Termine ist gut. (1,79)
  • Das Zimmer/ die Station/ die Tagesklinik ist sauber. (1,79)

Die Ergebnisse der Patientenbefragung in der KJP sind ebenfalls im sehr guten bis guten Bereich.

Die besten Bewertungen sind bei:

  • Die Ärzte/-innen und Psychologen/-innen behandeln mich freundlich und einfühlsam. (1,33)
  • Hilfreich sind die therapeutischen Angebote der Psychologen (1,25)
  • Hilfreich sind die therapeutischen Angebote der Ergotherapie. (1,26)

Nicht so gut bewertet wurden:

  • Die Organisation der Termine ist gut. (1,83)
  • Wie hast du den Umgangston der Mitarbeiter/-innen mit den Patienten/-innen im letzten Monat erlebt? (1,70)
  • Wie beurteilst Du insgesamt das Klima/die Stimmung auf Deiner Station? (1,71)

Die Patient*innen haben die Möglichkeit Lob, Wünsche, Beschwerden zu formulieren.

Häufiges Lob gab es für:

  • Gespräche mit dem Pflegepersonal haben gut geholfen
  • Freundliche Atmosphäre
  • Freundliches, nettes Personal

Wünsche wurden geäußert zu:

  • Mehr Sauberkeit Zimmer/Bäder
  • Essen nicht ausreichend
  • Essen schmackhafter
  • Mehr Rückzugsmöglichkeiten

Beschwerden gab es zu:

  • Sauberkeit Zimmer/Bäder/Gemeinschaftsräume
  • Ausstattung der sanitären Anlagen
  • Ausstattung der Räume

Der Gesamteindruck vom Haus liegt im sehr guten Bereich und hat bei den Erwachsenen einen Gesamt-Mittelwert von 1,37 und bei Kindern und Jugendlichen von 1,35.

Zertifizierungsergebnisse

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Im Rahmen unserer regelmäßigen Qualitätssicherung und bestehenden Zertifizierung wurde im November das Überwachungsaudit durch den TÜV Nord erfolgreich durchgeführt. Ziel war es, die Konformität unserer Prozesse mit den geltenden Richtlinien nach ISO 9001 und AWO Norm sicherzustellen.

Die externen Auditoren haben unterschiedliche Bereiche und Stationen auditiert. Die Ergebnisse des Überwachungsaudits sind sehr positiv zu werten. Durch das Audit wurde nachgewiesen, dass die Normanforderungen umfassend angewendet und umgesetzt werden. Auch das System der kontinuierlichen Verbesserung war sichtbar und konnte gut nachvollzogen werden. Es gab keine Abweichungen und nur wenige Verbesserungspotenziale.

Dieser Erfolg ist ein direktes Ergebnis des Engagements aller Mitarbeitenden, der hervorragenden Zusammenarbeit im Team und der gelebten Qualität im Arbeitsalltag. Ohne unsere Mitarbeitenden wäre unser QM-System nicht so effektiv – ihre Fachkenntnisse, Praxisnähe und Feedback machen den Unterschied.

zukunftgeber logo

Zukunftgeber ist eine Auszeichnung, die besonders attraktive Arbeitgeber der Region erhalten können, wenn sie attraktive Rahmenbedingungen für ihre Arbeitnehmer schaffen. Das AWO Psychiatriezentrum hat das Zertifikat „Zukunftgeber“ der Allianz für die Region erworben. Das APZ wurde in insgesamt neun Kategorien geprüft und hat sich den zentralen Fragen nach Flexibilität, einzelnen Angeboten und Anreizen gestellt. 

Insgesamt wurden Bestnoten in allen Kategorien erreicht: Ernährung und Gesundheit, attraktive Verdienstmöglichkeiten, Familienfreundlichkeit, Personalentwicklung und Qualifizierung, Digitales, Innovation, Kommunikation und Transparenz, Mobilität und Anbindung, Freiräume und Komfort sowie Verantwortungsbewußtsein.

Künftig wird sich das APZ alle zwei Jahre einer Re-Zertifizierung stellen, um den Titel Zukunftgeber weiter führen zu dürfen.

berufundfamilie logo

Das Zertifikat „audit berufundfamilie“ zeichnet das AWO Psychiatriezentrum aus, sich aktiv für die Vereinbarkeit von Beruf, Familie und Privatleben einzusetzen. Es steht für familienfreundliche Arbeitsbedingungen, wie flexible Arbeitszeiten und unterstützende Angebote für Mitarbeitende. Im Rahmen eines strukturierten Prüfverfahrens werden Maßnahmen entwickelt und umgesetzt, die Mitarbeitende im Arbeitsalltag entlasten, z. B. familienfreundliche Angebote oder individuelle Unterstützung in verschiedenen Lebensphasen. Das Zertifikat steht für eine nachhaltige Personalpolitik und ein modernes Arbeitsumfeld, in dem die Bedürfnisse der Beschäftigten ernst genommen werden.

zukunftstest logo

Mit dem Zertifikat „Zukunftsfest“ zeichnet das Niedersächsische Ministerium für Soziales, Arbeit, Gesundheit und Gleichstellung mit der Demografieagentur niedersächsische Betriebe und Verwaltungen aus, die sich den Herausforderungen wie Digitalisierung und demografischem Wandel aktiv gestellt und erfolgreiche Maßnahmen umgesetzt haben. Dazu zählen Themen wie Demografie und Fachkräftesicherung/-gewinnung, Digitalisierung, Nachhaltigkeit, Führung, Vielfalt, Gesundheit sowie Kompetenz.

In der Kategorie „Sozialpartnerschaftlich die Digitalisierung gestalten“ wurde das AWO Psychiatriezentrum ausgezeichnet. Im Fokus stehen Prozesse und Zielsetzungen, die beispielgebend sind für sozialpartnerschaftlich geprägte Organisationen.

Generalindikator Dekubitusprophylaxe

Ein Dekubitus ist eine durch länger anhaltenden Druck entstandene Wunde der Haut bzw. des darunterliegenden Gewebes. Dieses Wundliegen ist eine sehr ernst zu nehmende Komplikation bei zu pflegenden Personen. Es kann in Zusammenhang mit schwerwiegenden Erkrankungen und als Folge lange andauernder Bewegungs- oder Bewusstseinseinschränkung auftreten. Dementsprechend sind besonders häufig ältere Menschen von einem Dekubitus betroffen.

Im QS-Verfahren Pflege – Dekubitusprophylaxe geht es darum, Patientinnen und Patienten vor der Entstehung eines Dekubitus zu schützen, da dieser für Betroffene größtenteils mit erheblichen Schmerzen, einer langen Heilungsdauer und unter Umständen mit einer mehrmonatigen Pflegebedürftigkeit verbunden ist. Neben einer aufwendigen Wundversorgung können im Extremfall Operationen zur plastischen Deckung der entstandenen Haut- und Weichteildefekte erforderlich sein. Verhindert werden kann die Entstehung eines Dekubitus durch angemessene vorbeugende (prophylaktische) Maßnahmen. Die Versorgung der Druckwunden im APZ erfolgt durch qualifiziertes Pflegepersonal. Besonders ausgebildete Wundexperten unterstützen die Behandlung.

2025 betraf dies im AWO Psychiatriezentrum 17 Patienten (0,34%) von insgesamt 5.042 vollstationär behandelten Patienten. Von diesen 17 Patienten wurden 11 (65%) bereits mit einem entsprechenden Dekubitus in das Krankenhaus eingeliefert. 

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