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Kinderschutz – mehr als eine Aufgabe
Kinderschutz

Kinderschutz – mehr als eine Aufgabe

Aufgrund der Initiative des Unabhängigen Beauftragten der Bundesregierung für Fragen des sexuellen Missbrauchs „Kein Raum für Missbrauch“ entschloss sich die Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie zur Entwicklung eines eigenen Kinderschutzkonzeptes.

Der Startschuss fiel bereits 2019. Seitdem wird kontinuierlich daran gearbeitet, verbessert und ergänzt. Wir haben dieses Projekt gestartet, weil uns das Wohl und die Unversehrtheit unserer jungen Patienten am Herzen liegt. Wir möchten Kindern und Jugendlichen einen geschützten Raum bieten und uns für ihre Rechte stark machen.

Das Schutzkonzept soll zudem den Mitarbeitenden dabei helfen, Grenzüberschreitungen und Gewalt zu erkennen und zu verhindern, sich kinderrechtskonform und kompetent zu verhalten und ihnen Sicherheit geben, in schwierigen Situationen handlungsfähig zu sein.

Neben Bausteinen wie der Personalauswahl, Regeln im Umgang mit Nähe und Distanz ist es uns ebenfalls ein Anliegen als Basis für unser Schutzkonzept eine Kultur der Achtsamkeit zu schaffen.

Was zunächst sehr theoretisch klingt, wurde in den vergangenen Jahren mit Leben gefüllt – aber lesen Sie selbst.

Folgend wollen wir Ihnen hier die weiteren Inhalte unserer Arbeit vorstellen.

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Seit 2023 findet auf allen Stationen der Klinik sowie in der Tageskliniken für Kinder und Jugendliche die Parlamentgruppe statt. Ziel der Gruppe ist es, den Patientinnen und Patienten ein Sprachrohr zu geben, damit sie lernen für ihre Bedürfnisse einzustehen.

Hierbei erlernen sie wertschätzende Kommunikation und den Umgang sowie die Benennung ihrer Gefühle. Sie gehen in den Austausch, diskutieren, hören einander zu. Sie formulieren Lösungsvorschläge und besprechen mit den Therapeuten/dem Pflege- und Erziehungsdienst, wie diese umgesetzt werden können.

Ihnen wird Gehör geschenkt – ein wichtiger Bestandteil im Kinderschutz.

Feedback einer Patientin (17): „Durch die Parlamentgruppe habe ich gelernt, dass ich immer für meine Bedürfnisse einstehen darf und soll und wie ich Kritik konstruktiv und verständlich formulieren kann.“

Feedbacks wie diese zeigen, dass wir auf dem richtigen Weg sind und es sich lohnt, den Kindern und Jugendlichen eine eigens für sie geschaffene Möglichkeit des Mitteilens zu geben.
Wir alle müssen achtsamer miteinander umgehen und lernen hierbei – genau wie die Patienten – uns täglich zu reflektieren und ein aufmerksames Miteinander zu kreieren.

Die Echt-Stark Gruppe beschäftigt sich mit Kinderrechten. Bei dem Gruppenangebot geht es nicht nur um das Vermitteln der Kinderrechte, sondern auch darum, die Kinder und Jugendlichen gegen Gewalt, sexuelle Belästigung und Übergriffe stark zu machen. Sie aufzuklären und ihnen zu vermitteln, dass ihr Körper ihnen gehört, ihnen niemand etwas antun darf, was sie nicht möchten. Thema ist auch, dass die Mädchen und Jungen lernen, ihren Gefühlen zu trauen und sich ggf. Menschen anzuvertrauen, die ihnen helfen können. Die Kinderrechte beziehen sich auch auf den digitalen Raum. In der Gruppe werden Chancen und Risiken von sozialen Medien besprochen. Was sollte ich lieber nicht posten? Worauf gilt es zu achten? Wo bekomme ich Hilfe bei problematischen Nachrichten?

In dem Gruppenangebot orientieren wir uns an der Lebenswelt der jungen Menschen und ermutigen sie, eigene Beispiele miteinzubringen, damit diese gemeinsam in der Gruppe reflektiert werden können. Durch dieses Gruppenangebot möchten wir Kinder und Jugendliche in Bezug auf ihre eigenen Rechte bestärken. Ganz wichtig ist uns auch, immer wieder den Kinderrechteaspekt der Mitbestimmung in den Gruppenstunden erlebbar zu machen. 

Antonia Schröder
Kinderschutzbeauftragte im AWO Psychiatriezentrum
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